Die Insel des Interkulturellen Lernens – eine E-learning-Website der TU Braunschweig, Englisches Seminar

Einführung und Nutzerhinweise

Theorie: Weiterlesen Austausch

Wenn Regierungen Schüler austauschen
... „just business as usual“?
20 Jahre Congress-Bundestag Youth Exchange Program/Parlamentarisches Patenschaftsprogramm


Pennsylvania im Jahre 1744 - zwischen der Regierung von Virginia und den Häuptlingen der Six Nations wird die Aufnahme eines Schüleraustauschprogramms verhandelt. Wie Benjamin Franklin in seinen Remarks Concerning the Savages of North America (1783) berichtet, klingt das Angebot verlockend, verspricht doch die Regierungskommission, dass in Williamsburg ein College mit einem Fund for Educating Indian Youth eingerichtet sei und dass, falls die Häuptlinge der Six Nations ein halbes Dutzend ihrer Söhne dahin schicken würden, die Regierung die Sorge für sie übernähme und sie in all the Learning of the white People instruieren würde. (Quelle: Benjamin Franklin, „Remarks Concerning the Savages of North-America“, S. 174. Die Zitate sind den Faksimile Ausgaben der englischen und französischen Vorlage entnommen, wobei die Groß- bzw. Kleinschreibung des Originals beibehalten wurde.)
Indianischen Gepflogenheiten entsprechend, so Franklin, ziehen sich die Häuptlinge zur Beratung zurück und finden sich erst am nächsten Tag wieder zu einer Antwort ein. Ihr Sprecher betont, die guten Absichten zu erkennen, die Bedeutung einer solchen Erziehung mit den verbundenen Kosten zu würdigen, und doch gibt er zu bedenken:

But you who are wise must know, that different Nations have different Conceptions of things; and you will therefore not take it amiss, if our Ideas of this Kind of Education happen not to be the same with yours. (Quelle: Ebenda, S. 174.)

Frühere Erfahrungen zeigten, dass die jungen Männer nach der Rückkehr zu ihren Stämmen schlechte Läufer waren, weder Kälte noch Hunger ertragen, kein Reh erlegen oder einen Feind töten konnten, die Sprache nicht mehr perfekt beherrschten, kurzum, sie waren totally good for nothing. So würden die Häuptlinge der Six Nations zwar ablehnen, doch ihrerseits der Regierung von Virginia ebenfalls ein Angebot unterbreiten wollen, das sogar für ein ganzes Dutzend junger Männer gelte und das Versprechen enthalte:

We will take great Care of their Education, instruct them in all we know, and make Men of them. (Quelle: Ebenda, S. 175. Hervorhebung im Original.)

Pennsylvania im Jahre 1983 - knapp 240 ereignisreiche Jahre später -vereinbaren die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland unweit von Lancaster ein deutsch-amerikanisches Jugendaustauschprogramm, das jungen Männern und Frauen ein Jahr lang das Leben in der jeweils anderen Kultur ermöglicht: das Congress-Bundestag Youth Exchange Program (CBYX) / Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP). Anlässlich des 300. Jahrestages der deutschen Einwanderung nach Nordamerika, als erstmals dreizehn Krefelder Familien mennonitischen Glaubens im Hafen von Philadelphia landeten und die Siedlung Germantown gründeten, reiste der damalige Bundestagspräsident Karl Carstens nach Philadelphia, um dort mit US-Präsident Ronald Reagan der Öffentlichkeit ein gemeinsam vom Kongress der Vereinigten Staaten und dem Deutschen Bundestag beschlossenes Austauschprogramm vorzustellen, as a concrete demonstration of our commitment of the enduring United States-German relationship (Quelle: The Senate of the United States, S.J. RES 260 // Bessere Beziehungen über den ,großen Teich’. Sonderaustauschprogramm des US-Senats Berliner Morgenpost vom 31. Oktober 1982. Vgl. auch Informationsfaltblatt Parlamentarisches Patenschaftsprogramm (PPP) 2005-2006.)
Das 20-jährige Jubiläum des CBYX/PPP(Fußnote: Im Folgenden werden mit Rücksicht auf die Lesbarkeit des Textes diese Abkürzungen verwendet.) 2004 bietet nun wiederum Anlass, Ziele, Status Quo und Zukunftsperspektiven dieser Form des Schüleraustausches zwischen den Regierungen der USA und Deutschlands als Beispiel für eine konkrete Begegnung mit dem Fremden im Kontext der Fragestellung dieses Bandes Des Fremden Freund, Des Fremden Feind zu überdenken.

1. CBYX/PPP - Ziele

Seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika 1776 und der Entstehung des Deutschen Reiches 1871 blicken beide Länder auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück, die sie als Feinde trennte und als Freunde miteinander verband. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges wurde Anfang der 1980er Jahre mit dem CBYX/PPP ein Jugendaustauschprogramm mit hohen politischen, gesellschaftlichen und auch bildungspolitischen Zielen ins Leben gerufen, das als fester Bestandteil und Kernstück deutsch-amerikanischer Beziehungen gesehen wird.(Quelle: 7 Für eine umfassende Diskussion deutsch-amerikanischer Beziehungen siehe Frank Trommler und Elliott Shore, The German-American Encounter: Conflict and Cooperation between Two Cultures 1800-2000. Die Herausforderungen der politischen Zusammenarbeit sind zwanzig Jahre später nicht unproblematischer geworden, wie nur ein kurzer Blick auf die Dokumentation in deutschen Zeitungen zeigt, so bspw. der Bericht in der SZ Bundespräsident Karl Carstens in den USA. Der sanfte Zwang zum Treueschwur vom 879. Oktober 1983 und Die ZEIT Onkel Bush will dich! vom 17. Februar 2005.)
In den zwanzig Jahren seines Bestehens haben mehr als 15.000 amerikanische und deutsche junge Leute an dem politisch initiierten und finanzierten Programm teilgenommen. Abgeordnete beider Regierungen übernehmen für die einzelnen Stipendiaten Patenschaften und der Kontakt zu den Abgeordneten sowie der Besuch der Regierungssitze in Washington D.C. bzw. Berlin am Ende des Austauschjahres zählen zu den festen Programmbestandteilen. Jährlich werden von den jeweiligen Regierungen etwa 400 Vollstipendien sowohl an Schüler als auch an junge Berufstätige vergeben.(Fußnote: Die endgültige Zahl richtet sich nach den Kapazitäten der Organisationen gemäß ihren Angeboten sowie den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln des Deutschen Bundestages und des amerikanischen Kongresses. (Schriftwechsel Deutscher Bundestag Verwaltung PB4 - Internationale Austauschprogramme).
Da für die deutlich kleinere Teilnehmergruppe der Berufstätigen, die etwa 20 Prozent der Stipendiaten ausmacht, anlässlich des 15-jährigen Bestehens des CBYX/PPP auf Vorschlag der Carl Duisberg Gesellschaft hin eine der wenigen wissenschaftlichen Studien über das Programm erstellt wurde, wird im Folgenden die Teilnehmergruppe der Schüler in den Vordergrund der Überlegungen gestellt. (Quelle: Vgl. Theo Fuß, Gerd Busse und Georg Langenhoff ,GeIernt, an sich zu glauben’. Langzeiteffekte des Parlamentarischen Patenschafts-Programms für junge Berufstätige, S. 64. Gerhard Busse, Georg Langenhoff und zudem K. Engelhardt sind die Autoren der genannten Studie, mit der die Sozialforschungsstelle Dortmund, ein Landesinstitut von Nordrhein-Westfalen, beauftragt wurde. Die bereits 1986 erschienene Arbeit von Klaus Allerbeck, Deutsch-amerikanischer Jugendaustausch: Entwicklung, Ergebnisse, Umfeld, die sich vor allem auf das PPP konzentriert, wurde in dieser Form nicht fortgeführt.)
Als Vollstipendium nimmt das CBYX/PPP unter den Langzeitprogrammen zwischen den USA und Deutschland einen äußerst attraktiven Spitzenplatz ein.(Fußnote: Im Durchschnitt belaufen sich die Kosten für ein Austauschjahr in den USA auf ca. 6500 Euro, darin enthalten sind Vorbereitung, Reisekosten, Schulgebühren, Unterbringung sowie Verpflegung bei einer Gastfamilie, www.schueleraustausch.de/sa/aktuelles/2004.)
Den Wunsch, die eigene Kultur hinter sich zu lassen und gegen eine fremde Kultur einzutauschen, haben viele junge Menschen und müssen sich zunächst im Dschungel der 1001 Möglichkeiten, an Schüleraustauschprogrammen weltweit teilzunehmen, zurechtfinden. (Fußnote: Als hilfreiche Führer durch diesen Dschungel in Bezug auf einen Aufenthalt in die USA gelten Max Rauner, Als Gastschüler in den USA, sowie Christian Gundlach und Sylvia Schill, Ein Schuljahr in den USA)
Auffallend ist dabei das kaum zu erschütternde Interesse für die USA: Von den rund 12.000 deutschen Schülern, die 2003 ihren Traum von einem Jahr in der Fremde verwirklichten, entschieden sich 10.152 für die Vereinigten Staaten.(Quelle: Julia Bonstein, „Rezepte gegen Fernweh“, S. 72.)
Die Plakate, Prospekte und heute auch Internetseiten, die für das CBYX/PPP werben, zeigen auf den ersten Blick eine bunte Vielfalt amerikanischer und deutscher Landschaften und Städte, die den Traum von einem Jahr im mythenreichen Amerika oder in good, old Germany in greifbare Nähe zu rücken scheinen. Welche Voraussetzungen und Erwartungen an die Bewerber gestellt werden, zeigt ein zweiter Blick auf die jährlichen Ausschreibungstexte.
Auf amerikanischer wie auf deutscher Seite beziehen sich die formalen Kriterien für eine Bewerbung um ein CBYX/PPP Stipendium laut der jeweiligen Ausschreibungstexte für das kommende Schuljahr 2005—2006 vor allem auf die Staatszugehörigkeit, das Alter und die Schulleistungen der Teilnehmer. Wenn Jugendliche gute bis sehr gute Schulleistungen nachweisen können und zwischen 15 und 18 Jahre alt sind, können sie sich relativ unkompliziert bewerben. Den jeweiligen Schulsystemen entsprechend werden bei Bewerbern aus den USA keine deutschen Sprachkenntnisse, bei Bewerbern aus Deutschland jedoch gute englische Sprachkenntnisse vorausgesetzt.(Quelle: Vgl. Informationsfaltblatt PPP 2005-2006 bzw. Internetausschreibung CBYX 2005-2006 (im Folgenden werden diese Kurztitel verwendet). Ausgeschlossen sind auf deutscher Seite explizit Kinder und Pflegekinder von Bundestagsabgeordneten, Jugendliche mit US-Staatsangehörigkeit und Green Card Inhaber. Junge Berufstätige sollten auf amerikanischer Seite zwischen 18 und 24 Jahre alt sein, auf deutscher Seite zwischen 16 und 22 Jahre, wobei für deutsche Bewerber eine abgeschlossene Berufsausbildung vorgeschrieben ist.)
Je nach Wohnsitz in den USA übernehmen die amerikanischen Austauschorganisationen AIFSF, AFS-USA, ASSE International, Council on International Educational Exchange und AYUSA International die weitere Bearbeitung der Bewerbungen und Auswahl der Stipendiaten.(Fußnote: Young Professionals wenden sich an CDS International; vocational high school students an Nacel Open Door, Inc. Siehe http://www.usagermanyscholarship.org.)
In Deutschland entscheidet die Zugehörigkeit zum jeweiligen Bundestagswahlkreis, in dem die Bewerber bis zu einem Stichtag gemeldet sind, über die Aufteilung der Schüler an die zuständigen Austauschorganisationen AFS Interkulturelle Begegnungen e.V., YFU - Deutsches Youth for Understanding Komitee e.V., EXPERIMENT e.V., GIVE - Gemeinnütziger Verein für Internationale Verständigung e.V. und Partnership International e.V.(Fußnote: Junge Berufstätige wenden sich an InWEnt-Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, eine Fusion der Carl Duisberg Gesellschaft e.V. und der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung. Siehe Informationsblatt PPP 2005-2006.)
Jede Austauschorganisation führt ihr eigenes Auswahlverfahren durch, das sich am gesamten Persönlichkeitsbild, der Motivation und der Eignung der Bewerber für einen einjährigen Aufenthalt orientiert. In Deutschland und den USA wird den am Programm beteiligten Politikern eine Liste mit den nach Einschätzung der Austauschorganisation am besten geeigneten Bewerbern vorgelegt, die endgültige Nominierung obliegt dem jeweiligen Politiker.(Fußnote: 16 Die Nominierung steht zudem unter dem Vorbehalt ärztlich festgestellter gesundheitlicher Eignung und unter dem Vorbehalt, dass zum Zeitpunkt der Ausreise die Teilnahme-voraussetzungen tatsächlich erfüllt werden. Siehe Informationsblatt PPP 2005-2006.)
Obgleich die Bilder der Ausschreibungen für das CBYX/PPP Jahr für Jahr eine Vielfalt amerikanischer und deutscher Impressionen zeigen, unterscheiden sich die jeweiligen Texte kaum von denen vorhergehender Jahrgänge. Bereits die Anfangszitate beider Texte verweisen deutlich auf die politischen Ziele und die Bedeutung dieser speziellen Form des Jugendaustausches im Hinblick auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Auf amerikanischer Seite stehen dabei nach wie vor die Bemühungen um Freundschaft und Verständnis zwischen den Völkern an erster Stelle, wie Richard Lugar, der seit 1977 als U.S. Senator maßgeblich am Aufbau des Programms beteiligt war sowie heute den Vorsitz des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats innehat, deutlich macht:

The Congress-Bundestag Youth Exchange program is one of the essential elements of the US-Germany bond by strengthening the deep ties of friendship and understanding between our two peoples. For the young people who participate, it offers an extraordinary opportunity to learn about the world, gain a deeper understanding of people and issues, build lifelong skills and expand their horizons. (Quelle: US Senator Richard Lugar. http://www.usagermanyscholarship.org.)

Auf deutscher Seite wirken die Worte des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, um die der Ausschreibungstext seit seiner Amtszeit ergänzt wurde, wesentlich sachlicher und vermeiden fast eine Wertung des Verhältnisses der Länder zueinander:

Die deutsch-amerikanischen Beziehungen werden im direkten Kontakt von Menschen lebendig. Den ermöglicht das Parlamentarische Patenschafts-Programm in besonders intensiver Weise. Die jugendlichen Teilnehmer lernen — ebenso wie die Parlamentarier selbst — mehr über gesellschaftliche, kulturelle und politische Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Das fordert das gegenseitige Verständnis. (Quelle: Informationsfaltblatt Parlamentarisches Patenschafts-Programm (PPP) 2005-2006.)

Während der amerikanische Text insgesamt ermutigender klingt, An Adventure That Makes a World of Difference verspricht und sich an ambitious young people richtet, wird potentiellen Bewerbern jedoch versichert, dass sie die USA bestmöglichst repräsentieren werden just by being yourself. (Quelle: Internetausschreibung CBYX 2005-2006.)
Der Deutsche Bundestag hingegen erwartet konkret von den Stipendiaten, dass sie als junge Botschafter’ des Landes einen dauerhaften Beitrag zu einer besseren Verständigung zwischen jungen Deutschen und Amerikanern leisten. (Quelle: Vgl. Informationsfaltblatt PPP 2005-2006.) Hochgesteckte Ziele, die unterschiedliche Anforderungen an die Teilnehmer stellen.

2. CBYX/PPP - Status Quo

Doch führt das Überschreiten von Grenzen, das Hinter-Sich-Lassen der eigenen Kultur und das Leben in der fremden Kultur, das Lernen über den Anderen und die Begegnung miteinander bereits zu understanding bzw. Verständnis, wie in den oben aufgeführten Zitaten betont wird? Können die Stipendiaten des CBYX/PPP das, was sie leisten sollen, überhaupt erfüllen? Die aus der Soziologie stammende Kontakthypothese, nach der angenommen wird, dass eine genauere Kenntnis des Anderen zwangsläufig zu mehr Verständnis und zu einer Verminderung gegenseitiger Antipathie und Gewalt führen müsste, wurde für das Forschungsfeld des Schüleraustausches bereits in den 80er Jahren von Alexander Thomas aus psychologischer Sicht in Frage gestellt.(Quelle: Alexander Thomas, Psychologisch-Pädagogische Aspekte interkulturellen Lernens im Schüleraustausch, S. 79. Vgl. Herbert Christ, Schüleraustausch zwischen Verstehen und Missverstehen, S. 181 ff. und Roland Hagenbüchle, Von der Multi-Kulturalität zur Inter-Kulturalität, S. 119ff.)
Die Problematik bestand seinen Erfahrungen nach darin,
dass wir bisher relativ wenig darüber wissen, was Jugendliche und Schüler (...) an einem Aufenthalt im Ausland überhaupt interessiert, was sie wahrnehmen, wofür sie sensibilisiert sind, wie sie fremdkulturelle Eindrücke verarbeiten und bewerten, was sie dabei im Spiegelbild der fremden Kultur über sich selbst und ihre eigene Kultur erfahren und welche Schlussfolgerungen sie daraus ziehen, d.h. welche Erkenntnisse sie daraus gewinnen. Wir wissen wenig über die Ausgangsmotivation, den Einfluss vorheriger Auslandserfahrungen und langfristiger Wirkungen. (Quelle: Alexander Thomas, Psychologisch-Pädagogische Aspekte interkulturellen Lernens im Schüleraustausch, S. 79.)


Jüngste Arbeiten von Alexander Thomas zeigen, dass dem Forschungsdesiderat nachgekommen wird, doch ist der Untersuchungsgegenstand in seiner Vielschichtigkeit schwierig zu fassen. Obwohl dem Thema Schüleraustausch in seiner ganzen Bandbreite, von Einzel- bis zu Gruppenaustausch, von Tages- bis zu Jahresaustausch usw., im Zusammenhang mit den Schlüsselbegriffen des interkulturellen Lernens und fremdkulturellen Verstehens vor allem aus den Forschungsfeldern der Psychologie, der interkulturellen Pädagogik und der Fremdsprachendidaktik verstärkte Aufmerksamkeit zukommt, bildet sich eine interdisziplinäre Auseinandersetzung erst ansatzweise hervor. (Fußnote: Ein Überblick zum Stand der Forschung, der nur interdisziplinär aufzufassen ist, kann im Rahmen dieses Aufsatzes nicht gegeben werden. Für die psychologische Forschung verweise ich auf die Arbeiten von Alexander Thomas; für eine aktuelle Auswahl an weiterführender Literatur aus fremdsprachendidaktischer und pädagogischer Sicht zum Thema „interkulturelle Begegnungen“ siehe die von Andreas Müller-Hartmann und Maike Grau zusammengestellte Auswahlbibliografie und Webliografie, FU-Englisch 70 (4/2004), S. 10-11.)
Das langjährige und detaillierte Wissen der Praxis findet bis auf interne Veröffentlichungen der Schulen und Austauschorganisationen oder Berichte regionaler Zeitungen zudem kaum Eingang in akademische Schriften.(Fußnote: Umgekehrt liegen beispielsweise für die Fachdidaktik komplexe theoretische Abhandlungen zur Interkulturalität wie von Hans Hunfeld, Fremdheit als Lernimpuls, und Hans H. Reich, Fachdidaktik interkulturell, vor, doch gibt es kaum Analysen des Geschehens in der Klasse oder beim Schüleraustausch, die dieser Komplexität entsprächen. Angelika Kubanek, „Herausbildung von interkultureller Aufmerksamkeit bei Schülern im frühen Fremdsprachenunterricht - explorative Vorstudien“, S. 128ff.)
Die Anfang der 1990er Jahre erfolgte Aufnahme des Forscher-Praktiker Dialogs zur internationalen Jugendbegegnung bietet hier eine der wenigen zukunftsweisenden Verknüpfungsmöglichkeiten von Theorie und Praxis, deren Ziel es ist, mit Hilfe wissenschaftlicher Analysen und Modelle die Praxis internationaler Jugendbegegnungen zu qualifizieren und zugleich theoretische Konzepte mit der Alltagspraxis internationaler Jugendarbeit zu konfrontieren. (Quelle: Wolfgang Isenberg et al. „Vorwort der Herausgeber der Reihe“. S. III. Siehe auch http//www.forscher-praktiker-dialog.de.)
Diese Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis trifft absolut auf das CBYX/PPP als individuelles Langzeitprogramm zu. Trotz der Fülle von Erfahrungen und Berichten und einer kontinuierlichen Präsentation des Programms in der Öffentlichkeit existieren nach Auskunft des Office of Citizen Exchanges im Department of State der USA sowie des zuständigen Referates für internationale Austauschprogramme im Deutschen Bundestag keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen für das Programm. (Fußnote:: Die oben genannten Veröffentlichungen von Theo Fuß, Gerd Busse und Georg Langenhoff sowie von Klaus Allerbeck sind dem zuständigen Referat des Deutschen Bundestages für internationale Austauschprogramme, PB4, offensichtlich nicht bekannt.)
Bereits eine Evaluierung der Fragebögen zum CBYX/PPP, die von allen Teilnehmern am Ende des Austauschjahres auszufüllen sind und lediglich stichpunktartig bearbeitet werden, würde in Bezug auf die Erwartungen an die Stipendiaten und das Programm für den Zeitraum der letzten zwanzig Jahre durchaus aufschlussreich sein. Eine Auswertung der Antworten auf einzelne Fragen, wie sie beispielsweise an PPP-Teilnehmer bei der seit 2002/03 verwendeten Fassung des Fragebogens gestellt werden (Fußnote: Diese Fassung stellt nur noch eine Kurzversion des ersten Fragebogens aus dem ersten Programmjahr 1984/85 dar. Den früher 56 Fragen, ohne Angabe der persönlichen Daten und Teilfragen, stehen heute 13 Fragen gegenüber. Vgl. Fragebogen von 1984/85 und 2002/03. Auch wenn das zuständige Referat des Deutschen Bundestages für Internationale Austauschprogramme, PB4, von einer Evaluierung vor 2002/03 keine Kenntnis hat, liegt der Verfasserin als ehemaliger Stipendiatin der Fragebogen für 1984/85 vor. Deutscher Bundestag, Brief an die Autorin, 16. Dezember 2004.), würde eine Einschätzung interkulturellen Lernens und fremdkulturellen Verstehens zulassen. Für das Erhebungsjahr 2002/03 werden die Stipendiaten u.a. aufgefordert, den wichtigsten Grund für die Teilnahme am PPP anzugeben. Zur Auswahl stehen dabei: Verbesserung beruflicher Perspektiven, Kennenlernen der amerikanischen Kultur, Sammeln von Auslandserfahrungen, Interesse an internationalen Beziehungen, als Repräsentant des Landes das Deutschland-Bild in den USA zu verbessern, Verbesserung der Sprachkenntnisse bzw. die Angabe eines anderen Grundes. (Quelle: Fragebogen zum Parlamentarischen Patenschafts-Programm des Deutschen Bundestages Austauschjahr 2002/03, k. Sa).
Zudem wird danach gefragt, ob die Erfahrungen des Austauschjahres die Einstellungen zu folgenden Begriffen beeinflusst haben: zu Ihrem Heimatland und seiner Kultur, zu Ihrem Gastland und seiner Kultur, zu den deutschamerikanischen Beziehungen, wobei die Antwortsätze mit Ja, und zwar ...beginnen und fortzuführen sind - eine gegenteilige Antwort wird nicht erwartet. (Quelle: Ebd.)
Die Weichen für interkulturelles Lernen und fremdkulturelles Verstehen werden von Seiten der Regierungen und der zuständigen Austauschorganisationen noch vor der Abreise in die Ferne bereits gestellt. Die Stipendiaten werden auf das Austauschjahr intensiv vorbereitet und erhalten darüber hinaus eine landeskundliche und politische Schulung (Fußnote: Für diese weitere Vorbereitung werden keine Informationen von Seiten des Deutschen Bundestages erteilt und Informationen von Seiten Dritter ausdrücklich untersagt. Brief an die Verfasserin vom 16. Dezember 2004.), die amerikanischen Teilnehmer zusätzlich Sprachunterricht. Zudem sind die zukünftigen Austauschschüler dem Fremden nicht nur am Lernort Schule längst begegnet, das Eintauchen in die fremde Kultur ist ein Sprung in nur vermeintlich kaltes Wasser. Von A wie Autobahn, B wie Burger etc. bis Z würden sich unzählige Beispiele finden lassen, inwieweit das Fremde bereits scheinbar vertraut ist, das Verstehen wird dadurch aber nicht einfacher. Erst die konkrete Begegnung mit dem Fremden und das Leben in der Ferne zeigen, was diese Erfahrung für den einzelnen Austauschschüler letztlich bedeuten wird. Es sind die kleinen persönlichen Geschichten, die das Abenteuer Schüleraustausch auf den Punkt bringen, eine, wie sie, um nur ein einziges Beispiel anzuführen, Bettina Birkmeier, PPP Stipendiatin des Jahrgangs 1998/99, erzählt:
Übermorgen habe ich Geburtstag. Heute kam ein Geburtstagspaket von meiner amerikanischen Familie — wie jedes Jahr. (Quelle: Schatzsucher, Hühnerfarmer & Chaosforscher. YFU-Ehemalige erzählen aus 20 Jahren, S. 20.)
Die Gastfamilie wie auch Mitschüler und Lehrer an der Gastschule spielen eine entscheidende und nicht zu unterschätzende Rolle im Ablauf des Austauschjahres und rücken als Multiplikatoren interkulturellen Lernens erst nach und nach in das Bild der Austauschforschung. (Quelle: Siehe auch Friederike Moldenhauer, Interkulturelles Lernen in den AFS-Programmen, Horizonte, Winter 2003, S. 18.)
Ob das Potential des „Fremden“ in der Schule, die neben der Gastfamilie für die meisten Austauschschüler das zweite Zuhause in der Ferne ist, erkannt wird, hängt sehr von der Einstellung der Schulleitung und Lehrkräfte ab. Im Gegensatz zu der ständig wachsenden Begeisterung für medial vermittelte Begegnungen und insbesondere E-Mail-Kontakte (Fußnote: Zur Problematik des Einsatzes von E-Mails als Kommunikationsmedium in Bezug auf interkulturelles Lernen siehe Michael K. Legutke, Begegnungen mit Fremden - via E-Mail? und Heike Rautenhaus, Können e-mail Texte zur Förderung von fremdsprachlicher Kompetenz und Kulturverstehen beitragen?.) ermöglicht Schüleraustausch die direkte Begegnung „face to face“ und ist so nicht nur für den Fremd-sprachenunterricht von Interesse, sondern kann zum Begegnungsprojekt der gesamten Schule werden. (Quelle: Vgl. hierzu Andreas Müller-Hartmann und Maike Grau, Nur Tourist sein oder den Dialog wagen? FU-Englisch, S. 2ff. Für eine Nutzung dieser Chance plädiert auch Thomas Ollig in Schüleraustausch - ein Auslaufmodell?, PRAXIS 50 (2003) 2, S. 179.)
Die neuen Medien bieten wiederum die Möglichkeit, die Verbindung zur Heimatschule zu erhalten und sich auch während des Jahres abroad auszutauschen. Die Überwindung der räumlichen Distanz im World Wide Web kann interkulturelles Lernen aber auch problematisieren. Die Rückbindung per Mausblick zur eigenen Kultur schafft zwar die Möglichkeit, Familie und Freunde zu Hause beinahe zeitgleich am Erlebten teilhaben zu lassen, doch werden dadurch auch das Eintauchen und Abtauchen in die andere Kultur erschwert. Während zu Beginn des Programms in den 1980er Jahren Telefonate sehr teuer waren, Briefe mindestens sieben Tage für eine Atlantiküberquerung brauchten und nur wenige Familien einen Faxanschluss hatten, ist heute die Kommunikation mit zu Hause dank günstigem Provider per Telefon oder fast kostenlos per E-Mail selbstverständlich. Auch ohne die Möglichkeit eines 24hours-Feedbacks (Fußnote: Wieviele Stunden pro Woche oder sogar pro Tag zum Schreiben von E-Mails bei Austauschschülern anfallen, bleibt an dieser Stelle Spekulation.) sieht selbst die fremde Welt meistens nach ein paar Tagen wieder anders aus. Die Distanz zur eigenen Kultur ist jedoch nach Hans Hunfeld Voraussetzung für interkulturelles Lernen, erst wenn die Grenzen des Verstehens wieder gesehen werden, werden sie zu Lerngrenzen. (Quelle: Hans Hunfeld, Begegnungspädagogik als Friedenserziehung?, S. 45.)
Nach Ablauf des Austauschjahres ist mit der Rückkehr der Stipendiaten der Prozess interkulturellen Lernens keinesfalls abgeschlossen. (Fußnote: Eine der sehr wenigen Studien, die sich mit dem Langzeiteffekt internationalen Austausches befasst, wird 2005 im IKO-Verlag für interkulturelle Kommunikation publiziert: Bachner, David und Ulrich Zeutschel, Students of Four Decades: Participant Reflections on the long-term impact and meaning of international educational exchange.)
Ehemalige Austauschschüler werden, wie Ulrich Zeutschel Forschungsergebnisse der Recherche Internationaler Austausch in der Schule des Forscher-Praktiker-Dialog von 2004 auswertet, „immer noch zu wenig als Ressource’ eingesetzt, sowohl für die Weitergabe ihrer Erfahrungen im Unterricht, als auch im Schulleben allgemein. (Quelle: Ulrich Zeutschel, Spätfolgen - und was sich daraus machen lässt (Manuskript, k. Sa.).)
Doch nicht nur für die weitere schulische, sondern auch die berufliche Laufbahn sind die Erfahrungen des Austauschjahres für die Biographie jedes einzelnen Stipendiaten prägend.

3. CBYX/PPP - Zukunftsperspektiven


Alles Verstehen ist (...) immer zugleich ein Nicht-Verstehen, alle Übereinstimmung in Gedanken und Gefühlen zugleich ein Auseinandergehen (Quelle: Wilhelm v. Humboldt, Über die Verschiedenheit des Menschlichen Sprachbaues, S. 78.)
- dieser frühe Satz Humboldts scheint mir für Austauschschüler wegweisend zu sein.
Zwischen Ankunft und Abschied wartet ein Jahr voller Fragezeichen in der Fremde auf die CBYX/PPP-Stipendiaten, die sich im Alter von 15-18 Jahren meist ihrer eigenen Identität noch nicht ganz sicher sind. Interkulturelles Lernen im Schüleraustausch kann, wie Hans Hunfeld für den Fremdsprachenunterricht gefordert hat, deshalb nicht zum Ziel haben, den jeweils Fremden durch vollständiges und abgeschlossenes Wissen um ihn aufzuschließen, sondern ihm, bei aller Verstehensbemühung, jene Möglichkeit von Entwicklung, Widersprüchlichkeit und Rätselhaftigkeit zu belassen, auf die das Fremde ebenso Recht hat wie das Eigene. (Quelle: Hans Hunfeld, Fremdheit als Lernimpuls, S. 413.)
Diese Möglichkeit beinhaltet die Hoffnung eines dauerhaften Dialogs der Kulturen.
Im Gegensatz zu Samuel P. Huntingtons The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order (1996) schlägt Bassam Tibi in Der Krieg der Zivilisationen: Zwischen Vernunft und Fundamentalismus (1995) vor, über kulturelle Grenzen hinweg Brücken zu schlagen, ohne die Unterschiede zu bagatellisieren. (Quelle: Vgl. Roland Hagenbüchle, Von der Multi-Kulturalität zur Inter-Kulturalität S. 155ff. Dieser Band bietet eine grundlegende und umfassende Darstellung der Herausforderung des Zusammenlebens verschiedener Kulturen.)
Für die CBYX/PPP-Stipendiaten von morgen könnte dies bedeuten, dass sie sich neben der individuellen Austauscherfahrung einer gemeinsamen Aufgabe stellen könnten. (Fußnote: Eine solche gemeinsame Aufgabe ist nicht einer repräsentativen Aufgabe gleichzusetzen, die grundsätzlich in Frage zu stellen ist, da sie die meisten Austauschschüler überfordert. Wie Colleen Ward zeigt, verstärkt the role of ,foreign ambassador’ die Probleme der Austauschschüler, die bereits mit sprachlichen wie kulturellen Herausforderungen, Vorurteilen, Diskriminierung, Heimweh und Einsamkeit zu kämpfen und zudem alterstypische Probleme zu bewältigen haben. Colleen Ward, The Psychology of Culture Shock, S. 9.)
Der Blick würde von der eigenen über die fremde Kultur hinausgehen und ins Auge fassen, wo die Herausforderungen für beide Kulturen bestünden. Nicht was Amerikaner und Deutsche gemeinsam haben oder eben nicht gemeinsam haben, sondern, was gemeinsam zu tun ist, wäre Ausgangspunkt einer solchen Brückenbauaufgabe für Ziele wie allen voran Friedenssicherung, Umweltarbeit und Leben in multikulturellen Gesellschaften. (Quelle: Vgl. auch Karl-Heinz Hetzel, Typisch französich - typisch deutsch?, der diese Forderung in Bezug auf interkulturelles Lernen zwischen Deutschen und Franzosen ausgeführt hat. S. 32-33.)
Hier zeigt sich die Chance des Programms, Ziele beider Kulturen unter den jeweiligen Vorzeichen in ihrem globalen Ausmaß zu entwickeln und zu diskutieren.
Während das Interesse von Seiten der Bundestagsabgeordneten an der Übernahme einer Patenschaft für das CBYX/PPP nach wie vor sehr hoch ist, ist für die Beziehungen von deutschen Austauschschülern zu amerikanischen Abgeordneten anzunehmen, dass diese Kontakte zwar vor Ort aktiviert, aber kaum intensiviert werden. Dabei können gerade die jeweiligen Perspektiven der Austauschschüler für die politische Arbeit beider Paten von Nutzen sein. Bei einer Bündelung von Ansichten und Einsichten werden Strategien entwickelt, die für die deutsch-amerikanischen Beziehungen Impulse geben könnten. Während solche politisch ambitionierten Projekte während des Austauschjahres durch Email-Kommunikation und direkte Kontakte umgesetzt werden könnten, würden die Besuche der jeweiligen Regierungssitze in den Hauptstädten der Länder während und am Ende des Austauschjahres auch zu Foren gemeinsamer Interessen werden. Auf der Hand liegt, dass die organisatorischen und finanziellen Bedingungen dafür bereits gegeben sind, doch die Zielausrichtung noch genauer zu formulieren ist und eine Konkretisierung der interkulturellen Kommunikation bedeuten würde. Diese Foren könnten auch nach Ende des Austauschjahres weiter mitverfolgt werden, ein Netzwerk für einen zukünftigen Dialog aufgebaut werden. (Fußnote: Vorausschauend wäre hier die im ersten Jahr des PPP-Programms im Fragebogen 1984/85 gestellte Frage gewesen: „Was könnte nach Ihrer Ansicht der Deutsche Bundestag tun, um den Zusammenhalt unter den ehemaligen PPP-Stipendiaten zu fördern?“ (Fragebogen 1984/85, keine Seitenangabe). Die Chancen einer Fortführung der interkulturellen Lernerfahrung nach der Teilnahme an internationalen Jugendaustauschprogrammen diskutiert der von Ulrich Zeutschel herausgegebene Sammelband Jugendaustausch - und dann ...? Der Band präsentiert wissenschaftliche Modelle und Forschungsergebnisse zu Langzeitwirkungen der Austauschteilnahme, die bislang kaum öffentliches und wissenschaftliches Interesse hervorgerufen haben.)
Das 20-jährige Jubiläum des CBYX/PPP hätte Anlass geben können, eine Plattform für die Entwicklung solcher Zukunftsperspektiven zu bilden. Obwohl von der Verwaltung des Deutschen Bundestages eine Veranstaltung in Berlin für Juni 2004 geplant war, an der deutsche Stipendiaten möglichst vieler Jahrgänge, Gasteltern der US-amerikanischen Stipendiaten, Abgeordnete des Bundestages sowie Mitarbeiter der Austauschorganisationen teilnehmen sollten, (Quelle: Möller, Knut YFU Infobrief: 20. Jubiläum des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms) fand in diesem Rahmen keine solche Veranstaltung statt. (Fußnote: Zumindest für die PPP-Teilnehmer der Austauschorganisation YFU konnte die Einladung nach Berlin für den 24. September 2004 doch noch ausgesprochen werden. An der Jubiläumsfeier nahmen an die 400 Gäste teil. „20 Jahre PPP Wiedersehensfreude im Berliner Reichstag“ YFU Freunde und Förderer aktuell, S. 1.)
Dabei ist die politische Notwendigkeit für einen internen und externen Ausbau des Programms längst gegeben. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat in dieser Konsequenz seit 1992 das Future Leaders Exchange Program (FLEX) mit Ländern der früheren UdSSR und seit 2003 Partnerships for Learning, Youth Exchange and Study Program (P4L-YES) mit Schülern aus überwiegend muslimischen Ländern aufgenommen. (Quelle: http://exchanges.state.gov/education/citizens/students/eap.htm und http://exchanges.state.gov/education/citizens/students/nena/yes.htm.)
Und die Regierung Deutschlands? (Fußnote: Zumindest bei der YFU-Feier zum 20. Jubiläum des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms wurde u.a. von der Bundestagsabgeordneten Anna Lührmann, MdB, für eine Öffnung des Programms mit dem Osten und muslimischen Ländern plädiert.)
Zukunftsweisende Unterstützung könnte bei dem Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) gefunden werden, der mit YFU, AFS, Experiment und Partnership International vier deutsche und gemeinnützige Austauschorganisationen umfasst, die bereits alle am CBYX/PPP beteiligt sind, ihre Programme längst weltweit geöffnet haben und sich den im Jahr 2000 entwickelten AJA-Qualitätskriterien für den internationalen Jugendaustausch verpflichtet haben. In Abgrenzung zum Schülertourismus wird Schüleraustausch von AJA als interkulturelles Bildungsangebot auf Gegenseitigkeit gesehen, um langfristig der Völkerverständigung und dem Frieden zu dienen. (Fußnote: Zudem wurde der Arbeitskreis AJA Ende 2003 in den Internationalen Jugendaustauschund Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB) aufgenommen, der als bundeszentrale Fachstelle für Jugendpolitik, Jugendarbeit und Jugendinformation im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und seiner Mitgliedsverbände tätig ist. http://www.aja-org.de/ajadeutsch.html.)
Ein Dialog der Kulturen kann nur zustande kommen, wenn es Menschen gibt, die bereit und kompetent sind, einen Dialog der Kulturen zu führen. (Quelle: Siehe ausführlich Alexander Thomas, Interkulturelles Lernen im Lebenslauf, S. 31 ff., und Internationaler Schüleraustausch als Beitrag zur Entwicklung interkultureller Handlungskompetenz, S. 2-3.)
Internationaler Schüleraustausch mit Mitgliedern und Anwärtern der Europäischen Union ist über die Ebene der Schulpartnerschaften (Quelle: Siehe dazu Gunhild Böth, Schulpartnerschaften. Der Beitrag der Schulpartnerschaften zum Interkulturellen Lernen.) hinaus für den Einzelaustausch Herausforderung und Aufgabe der Gegenwart, um diesen Dialog nicht verstummen zu lassen. Eine Öffnung des PPP im Sinne von Neugründungen mehrerer Programme mit den Nachbarstaaten wäre zwar ein Meilenstein, doch noch keine Projektionsfläche für ein Europa der Zukunft. Ein für alle Schüler Deutschlands — gleich welcher Schulart und Schulleistung - zwischen der neunten und zehnten Jahrgangsstufe verpflichtendes halbes Jahr in einem europäischen Land wäre ein Garant für einen Dialog der Kulturen.
But you who are wise must know, that different Nations have different Conceptions of things - seit der Aufnahme des CBYX/PPP Anfang der 80er Jahre zeigt sich, dass sich an einem einmal erreichten Status Quo in den Beziehungen zwischen den Vereinigen Staaten und Deutschland nicht festhalten lässt, sondern sich das Verhältnis der beiden Nationen ständig neu zu definieren hat und damit auch das Programm per se weiterentwickelt werden muss. Brücken müssen aber nicht nur von Deutschland aus über den Atlantik zu den Vereinigten Staaten, sondern auch zu den europäischen Staaten gebaut werden. Wenn Regierungen Schüler austauschen, ist just business as usual heute just not enough!
Benjamin Franklin hätte solche Pläne sicher begrüßt. Als Amerikaner und Founding Father der Neuen Welt war er Zeit seines Lebens bemüht, Grenzen zu überschreiten und Brücken zu bauen.(Quelle: Vgl. auch Ormond Seavey, der auf die verbreitete Auffassung von Benjamin Franklin als the most well-traveled, most internationally sophisticated, most widely known of the American Founding Fathers - even of all English-speaking inhabitants of the New World before 1800 hinweist. Ormond Seavey, Benjamin Franklin as Imperialist and Provincial, S. 21.)
Es überrascht nicht, dass die Remarks Concerning the Savages of North-America aus transatlantischer Distanz während seiner Zeit als America’s first Minister Plenipotentiary to the Court of France als Teil der Bagatelles front Passy in seiner eigenen Hauspresse zwischen Paris und Versailles gedruckt wurden. (Fußnote: Auch wenn The Bagatelles from Passy im gewaltigen Werk Benjamin Franklins nur eine untergeordnete Stellung einnehmen und in ihrer Art auch als Spiel mit dem Genre der „Bagatelle“ als „Composition legere“ gelesen werden können, ist es doch für das Selbstverständnis der heutigen USA bezeichnend, dass der Auszug als „Remarks on the Politeness of the Savages of North America“ in An Early American Reader veröffentlicht wird, dem ersten Band einer Reihe zur amerikanischen Literatur, der von der United States Information Agency in Washington herausgegeben wird.)
Der französische Originaltitel Remarques sur la Politesse des Sauvages de L’Amérique Septentrionale verrät deutlich die didaktische Absicht des bereits Siebzigjährigen, der in Frankreich für Amerika Großes erreichen sollte. (Fußnote: Für eine intensive Auseinandersetzung mit der indianischen Kultur in Amerika spricht Franklins Bestreben, möglichst viele Verträge mit indianischen Stämmen abzudrucken, die in einer Faksmile Ausgabe von Julian P. Boyd und Carl Van Doren zusammengestellt wurden. Siehe ferner J.A. Leo Lemays Ausführungen zu „Franklin and Ethno-Cultural Issues“. Zur Komplexität des Begriffs „Politeness“ im Kontext der damaligen Zeit siehe Michael Warner „Savage Franklin“, S. 75ff.)
Für Benjamin Franklin waren die Native Americans bereits Freund (Quelle: Als Freund der Ureinwohner wurde Franklin bereits von seinen Zeitgenossen gesehen. Siehe Julian P. Boyd Dr. Franklin: Friend of the Indians.), für die meisten seiner amerikanischen Landsleute jedoch Ende des 18. Jahrhunderts the savage Other (Quelle: Eve Kornfeld, Encountering ,The Other’, S. 292-293. Zitiert bei Mark Häberiin Contesting the ,Middle Ground’: Indian-White Relations in the Early American Republic, S. 15.), wenig später der Feind.

Eine Arbeit von Christine Strobl, entnommen aus: Boatcâ, Manuela; Neudecker, Claudia; Rinke, Stefan (Hrsg.) (2006) Des Fremden Freund, des Fremden Freund: Fremdverstehen in interdisziplinäre Perspektive Münster, New York: Waxmann, 119-136.

[i]

Hier finden Sie das umfangreiche Literaturverzeichnis als PDF-Dokument.

The border as threat and adventure

Typology of Borders
  1. Borders of first degree = borders of fear and control = rigid borders
    o Example: medieval city wall, the military border to the east, colonial borders, the Iron curtain, the border of territory of sects, the monastery close, the bedroom door.
    o Essence: they are true barriers, crossing them legally is very difficult, there is high emotional pressure at such a border
    o Life at a border of first degree is limited.
  2. Borders of second degree = loose borders
    o These are the true borders, needed by humans to protect their individuality, culture or interest, like national borders, house doors, entrances to football stadiums etc.
    o Essence: they designate rooms in which a common culture is created (wide culture definition). They can be crossed.
    o Problem: if borders separate people who do not want to be separated
  3. The disappearing border
    o No border controls, “green” border, language is similar (dialect), hardly controllable


Examples of special borders:

 

The home as a special place:
o Entering the home is connected with rituals (knocking on the door, doormen)
o The doors to a home are decorated (name plate, ornaments, the pentagramm)
o Special clothing at home, less formal
o Taboo places: the palace of the Chines Emperor; villas of rich people protected by high walls, protected areas in a city for foreigners, e.g. condominiums in Sao Paolo.

Zusammenfassung von Girtler, Roland: Abenteuer Grenze. Wien, 2006,
zentrale Stichworte aus dem Einführungskapitel
Ins Englische übersetzt von A. Kubanek

Sense, relationship and power: Uncommon views

As people have a physical existence, their lives are irrevocably tangled up in certain surroundings. People are continually reacting to, and interacting with, places. Places have meanings for people as individuals and as social and cultural groups.
The interaction has various elements:


In the school geography curriculum, there is plenty about places, but very little about place. Words like place, space and landscape can be unpacked and questioned in order to create critical thinking of pupils in both geography and history classrooms. Developing different approaches to place in the classroom means developing pupils’ historical thinking, curiosity and knowledge.

What is place?


Simple definition a meaningful location. (Cresswell, T.: Place: A Short Introduction Oxford; Blackwell Publishing Ltd. 2004 p. 7)
Place tends to be defined in opposition to space, seen as the encompassing volumetric void in which things (including human beings) are positioned. (Casey, E. (2001)
Between Geography and Philosophy: What does it mean to be in the place-world?, Annals of the Association of American Geographers, 91(4), pp. 683- 693.)
So place could be seen as space made meaningful by people. (Malpas, J. (1999) Place and Experience, Cambridge: Cambridge University Press. Ch. 1)

To make space a place, there is a social investment of meaning but there is still a physical dimension in real or imagined space. There are four interlinked aspects:

Exploring sense of place


Students knowledge about place is not purely cognitive (learning information about a place) but is also affective (feeling something for a place).

Example for a geography class:

To broaden out students’ work on the Amazon Rainforest, a teacher may invest time in creating one: bringing in houseplants which have their origins in the rainforest, playing a CD of rainforest noises, projecting images of the rainforest onto a wall, etc.
-> the aim: to develop a sense of place
-> traps: it is easy to create an over- generalised picture of an environment
Firsthand experience of the place would clearly be valuable for students, e.g. fieldtrips.

Senses of place and a global perspective

If a place is seen as bounded and its homogeneity or perceived stability is valued, then newcomers are likely to be seen as a threat.
It is better to regard place as “having multiple identities”, already diverse as a result of the processes of change and global links over time (e.g. migration).
-> uniqueness of place.

In the classroom:

The need of exploring the interplay of geographical and historical factors in a place’s past, present and future: Which international, national and local links, structures and personalities helped shape the unique physical and social form of the place today?
-> makes clear to the students that places are continually experiencing change.

Place and Power

Social space: place combines normally tacit social understanding with the spatial element. (Cresswell, E.)
Most people, most of the time do not question the tacit or written rules which apply in each place- they aspire to what is accepted or allowed in order to create and serve the power relations within a social hierarchy, e.g. master and servant.
Transgression: Groups that seek to change the established social hierarchy/ norms.
-> Which can lead to new meanings of a social space emerging over time.
For example: a conflict over which groups have the right to access Stonehenge.
-> It is an ideological aspect of place, which conceptualises it in terms of behavioural norms, acts of transgression and relationships of power.
Exploring representations of places
There is a variety of media, e.g. articles, clips from TV news, documentaries, maps, photographs, films, etc., in order to present students a picture of a certain place.
So it is important to help students to develop the ability to examine a certain representation of a place in detail and to explore the choices involved in the process of representation.

Place and landscape

A landscape might contain built and natural elements.
In the classroom: there is potential in both geography and history class to explore how landscapes reflect local, regional, national and global processes of social, economic and political change. Also, how significant landscapes contribute to the construction of regional and national identities.

Zusammenfassung von: Taylor, Liz: Sense, relationship and power: Uncommon views of place. In: Teaching history. (Historical Association, London) 2004, Band 116, S. 6-13.




Qualitätssicherung durch gemeinsame Fachlichkeit - Anmerkungen zur Qualitätsdiskussion in der internationalen Jugendarbeit vor dem hintergrund der deutsch-tschechischen Kooperation

[i]

Sie finden hier einen Link zur Arbeit von Carsten Lenk als PDF-Dokument.

Quelle: www.tandem-org. com, Stand August 2006




Ergebnisse zu der Studie: Langzeitwirkungen der Teilnahme an internationalen Jugendbegegnungen auf die Persönlichkeitsentwicklung der TeilnehmerInnen
Heike Abt, Alexander Thomas, Rolf Witte: Universität Regensburg 2002

Die Studie hat zum Ziel die Langzeitwirkung von internationalen Jugendbegegnungen zu untersuchen. Dies wurde versucht durch den Einsatz verschiedener Methoden zu realisieren:


Untersucht wurden in diesem Zusammenhang vier verschiedene Programmformate:
  1. SchülerInnenaustausch mit Unterkunft in Gastfamilien ( ein bis vier Wochen im jeweiligen Gastland/ Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren)

  2. Jugendgruppenbegegnung auf Gegenseitigkeit am jeweiligen Ort der Partner (zwischen 5 und 15 Tagen/ Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren)

  3. Projektorientierte Jugendkulturbegegnung mit Gemeinschaftsstruktur (TeilnehmerInnen aus verschiedenen Ländern treffen sich am sogenannten „Drittort“/ zwischen 5 und 15 Tagen/ Alter: 16 bis 20)

  4. Multinationales Workcamp (Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern arbeiten an einem dritten Ort unentgeltlich für zwei bis vier Wochen an einem gemeinnützigen Projekt zusammen/ Alter: 18 bis 21)

Ergebnisse:
Allgemein kann man sagen, dass sich die Befragten genau an ihren Austausch– an ihre damaligen Handlungen, Gedanken und Gefühle- erinnern konnten und sogar mit Wirkungen in Verbindung bringen konnten, die bis heute andauern.

  1. Soziodemographische Merkmale: 66% der 532 deutschen Teilnehmer waren weiblich, 60% keine Vorerfahrungen im Schüleraustausch, 51% wurden zu solch einem Programm angeregt, 86,3% waren Gymnasiasten, das Durchschnittsalter betrug 17 Jahre, bei über 90% liegt die Teilnahme mindestens 10 Jahre zurück.
  2. Motive für die Teilnahme:
    Je nach Schwerpunkt der Programme:
    * Interesse an Musik- oder Theaterprojekt
    * Interesse an gemeinnütziger Arbeit
    * Verbesserung der Fremdsprachenkompetenz

    Gemeinsame Motive:
    * Menschen aus anderen Kulturen kennen lernen (56%)
    * Generell neue Menschen kennen lernen (36%)
    * Internationale Erfahrungen machen (33%)
    * Etwas Neues kennen lernen (32%)
    * Interesse an einem bestimmten Land (31%)
    * Eine Kultur/ ein Land nicht als typischer Tourist kennen lernen (30%)
    * Mehrfachnennungen waren möglich
  3. Motivation zu einem Austauschprogramm: Die Mehrzahl von 48,3% wurden von ihren Lehrern und 48,5% im Rahmen eines künstlerischen Projektes von MusiklehrerInnen oder TheatergruppenleiterInnen angesprochen. Von den Workcamp- TeilnehmerInnen geben 35,8% an, dass sie durch Eigeninitiative aufgenommen wurden.
  4. Auslöser für Langzeitwirkungen: Die Situationen, die die Befragten mit ihrem Austausch in Verbindung brachten und die langfristige Wirkungen aufwiesen, lassen sich wie folgt in „Zentrale Themen“ zusammenfassen:
    Themen der deutschen Stichprobe:
    * Spezifische Inhalte der Programme (Musik, Theater, etc.)
    * Erlebte Unterschiede ( Lebensstandards, etc.)
    * Situationen mit signifikanten Personen (andere TeilnehmerInnen, etc.)
    * Positiv empfundene Gastfreundschaft
    * Gruppe (Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Gruppe, Konflikte, etc.)
    * Deutsche Geschichte (Konfrontation mit dem Dritten Reich, bilaterale Beziehung zum Gastland, etc.)

    Themen der ausländischen Stichproben:
    * Deutsche Geschichte (aktuelle Ausländerfeindlichkeit, etc.)
    * Kulturelle Unterschiede
    * Umgang mit Alkohol
    * Personen (andere TeilnehmerInnen, etc.)
    * Sprechen spezifische Erfahrungs- und Handlungsbereiche an
    * Beschäftigung mit typischen Themen aus entwicklungspsychologischen Phasen, wie
    nationale Identität und Alkoholkonsum
  5. Kategorien von Langzeitwirkungen: Eine Vielzahl von Wirkungen innerhalb der unterschiedlichen Austauschprogramme, die bis heute andauern, wurde von den Befragten selbst in kausalen Zusammenhang mit dem Austausch gebracht. Diese unterschiedlichen Wirkungen wurden in zehn Kategorien unterteilt. Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassend, wie viel Prozent der Befragten diese Kompetenzen und Aktivitäten in einem positiven Zusammenhang mit ihrem Austausch sehen:


  6. Weiterhin ergab sich aus der Untersuchung, dass 41% heute noch Kontakt zu Personen aus ihrem Austauschprogramm haben, 64% dagegen haben keinen Kontakt mehr.

  7. Gesamtbedeutung der Austauscherfahrung: 71% gaben sie als wichtig an. 56% empfanden sie als wichtiger als Begegnungen mit Ausländern in Deutschland und 57% wichtiger als andere Gruppenerlebnisse. 85% benoten das Austauschprogramm aus heutiger Sicht mit sehr gut oder gut.
  8. Unterschiedliche Verläufe der biographischen Integration:
    * Nice to have: Die Austauscherfahrung hat keine bemerkenswerten Spuren hinterlassen
    * Mosaik: Die Austauscherfahrung trägt zusammen mit anderen Ereignissen zu einer bestimmten Entwicklung bei.
    * Domino: Die Austauscherfahrung ist Anstoß für eine Kette aufbauender Ereignisse und Aktivitäten.
    * Wendepunkt: Die Austauscherfahrung leitet einen Wendepunkt in der bisherigen Biographie ein.
  9. Weitere Befragungen ergaben, dass dem Großteil der Befragten schon vor dem Interview die Zusammenhänge zwischen dem Austausch und den Wirkungen bewusst war.
  10. Durch die Erarbeitung von drei Zusammenhangsmodellen

    1. Modell: Selbstbezogene, bereichsübergreifende Eigenschaften und Kompetenzen
    2. Modell: Interkulturelle Kompetenz
    3. Modell: Selbstbezogene, bereichspezifische Kompetenzen

    sollte eruiert werden, welche Zusammenhänge zwischen den Langzeitwirkungsbereichen und den TeilnehmerInnen- und Programmvariablen bestehen.
    Die drei Modelle erwiesen in der Tat erste Hinweise auf den Zusammenhang zwischen TeilnehmerInnen- und Programmmerkmalen und Langzeitwirkungen, die allerdings im Rahmen von weiteren Studien intensiver untersucht werden müssen.

    Wichtigsten Ergebnisse:
    * Das Geschlecht spielt eine geringere Rolle als angenommen
    * Alle Austauschformate haben die Persönlichkeitsentwicklung in Hinblick auf die Förderung selbstbezogener Eigenschaften und Kompetenzen unterstützt.
    * Die Motive für die Teilnahme, Diskrepanzerleben und Reflexionsprozesse spielen eine wichtige Rolle für die Wirkung. Daraus lassen sich direkte Empfehlungen für die Praxis von Jugendbewegungen ableiten.


Cromo - Intercultural Crossborder Module

Schritte zu einem Portfolio über kulturelles Lernen enthält der folgende Bericht einer Arbeitsgruppe, die im Rahmen der Projekte des Europarats
tätig ist:

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Die offizielle Position der Europäischen Kommission

Die offizielle Position der Europäischen Kommission (Stand: Herbst 2008) zu diesem Thema finden Sie im folgenden:
 

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