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Empirische Studien

Zusammenhänge zwischen Sprache und sozialer Gruppenzugehörigkeit

"What Young Children Think About the Relationship Between Language and Social Difference" - Eine kurze Zusammenfassung

In Folgenden findet sich eine Zusammenfassung des Abstracts der amerikanischen Studie What Young Children Think About the Relationship Between Language Variation and Social Difference von Lawrence A. Hirschfeld und Susan A. Gelman. In dieser untersuchten die beiden Autoren inwieweit Kinder im Alter von drei bis acht Jahren Zusammenhänge zwischen Sprachvariationen und der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe herstellen können.
Die vollständige Studie wurde 1997 in englischer Sprache in der Zeitschrift Cognitive Development veröffentlicht. Sie kann über die Elektronische Zeitschriftenbibliothek der Universität Regensburg kostenlos heruntergeladen werden. (http://rzblx1.uni-regensburg.de/ezeit/)


In bis zu dieser Untersuchung durchgeführten Studien wurde angenommen, dass Kinder zwar verstehen, dass Mitglieder bestimmter sozialer Gruppen, die bspw. durch Berufszugehörigkeit oder das Geschlecht gekennzeichnet sind, in unterschiedlicher Art und Weise sprechen. Sie würden jedoch nicht erkennen, dass Mitglieder anderer sozialer Gruppen, die auf ethnischer, kultureller oder nationaler Zugehörigkeit basieren, eine andere Sprache sprechen.
In den vorliegenden vier Studien untersuchten die Autoren Lawrence A. Hirschfeld und Susan A. Gelman welche Rückschlüsse drei- bis achtjährige Kinder von der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe auf die von dem Gruppenmitgliedern verwendete Sprache ziehen.
Studie 1 ergab, dass Kinder diesen Alters glauben, Menschen würden höchstwahrscheinlich eine ihnen unbekannte Sprache sprechen, die einer ethnischen Minderheit angehören (Minderheit wird in dieser Studie z.B. durch das Tragen unbekannter Kleidung oder das Leben in fremdartigen Wohnstätten gekennzeichnet).
Die Ergebnisse der Studien 2A und 2B zeigten, dass Vorschulkinder nicht in allen Kategorien Unterschiede in den sozialen Gruppen einer anderen Sprache zuordnen. Besonders deutlich wird dies bei den sozialen Kategorien Alter und ethnische Herkunft. So ordneten die meisten Kinder Sprachunterschiede eher der ethnischen Herkunft einer Person zu als ihrem Alter. Wohingegen sie unterschiedliche musikalische Vorlieben eher auf das Alter von Personen als auf ihre unterschiedliche Herkunft zurückführten.
Die Auswertung der Studie 3 verdeutlicht, dass sich die von den Kindern hergestellten Zusammenhänge zwischen Sprache und sozialer Gruppenzugehörigkeit nicht aus Unterschieden in der Verständlichkeit des Gesprochenen ableiten lassen.
Vielmehr liefert die Studie 4 die Erkenntnis, warum Kinder bereits diese Zuordnung von Sprache zu sozialen Kategorien vornehmen. Sie identifizieren eine Eigenschaft, die ihrer Annahme nach sowohl für soziale Gruppen als auch für bestimmte Sprachen zutreffen.
Nach Meinung der Autoren liefern diese Studien den Beweis, dass Kinder bereits in der Lage sein können, Wissen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenhängend und sinnvoll zu verknüpfen, so dass sie dann ebenfalls erworbenes Wissen zur Erklärung ihnen unbekannter Sachverhalte heranzuziehen können.

Quelle: Hirschfeld, L. A. & Gelman, S. A.(1997): What young children think about the relationship between language variations and social difference. Cognitive Development, 12, 213-238.